Unsere Antworten auf oft gestellte Fragen

Kann man neben dem Studium berufstätig sein ?
Unsere Ausbildung ist als Vollzeitstudium konzipiert, denn es geht um Fähigkeits- und Kompetenzbildung, das heisst, um Arbeit an sich selbst. Das braucht Zeit. Neben dem Studium, ca. 26 Stunden wöchentlich plus Vor- und Nachbereitung, kann man sich zu höchstens ca. 20% Erwerbstätigkeit verpflichten. 


Gibt es für die Aufnahme eine Altersbegrenzung ?
Die Schulpflicht muss absolviert sein. Darüber hinaus hängt es nicht vom Alter ab, sondern von der Fähigkeit und Motivation, einen Lernprozess in Zusammenarbeit mit den Dozenten einzugehen. 


Wie viele Studenten werden pro Jahrgang aufgenommen ?
Idealerweise in unserer Schule bis zu 7. Das heisst, es könnten zwischen 20 und 30 Studentinnen und Studenten da angemeldet sein. Wenn man 5 bis 10 Dozentinnen und Dozenten, einige Ehemalige und Fachpersonen für Management, Sekretariat usw. dazu rechnet, kommt man auf einen Menschenkreis von ca. 50 Personen. Diese Grösse halten wir für überschaubar und zu bewältigen. 


Wie gliedert sich das Studium ?
Der Grundkurs gibt den Studentinnen und Studenten die Gelegenheit, alle wesentlichen Aspekte des Berufes kennen zu lernen. Damit entsteht eine klare Perspektive für die Fortsetzung des Studiums. Im Aufbaukurs findet intensive Einzelarbeit statt, die mündet in eine Individualisierung des Studiums nach Interessenlage und beruflicher Orientierung. Im Abschlusskurs wird eine Diplomarbeit erstellt, sowie Vorsprechrollen und andere Präsentationen als Brücke zum Berufsleben. Während des ganzen Studiums wird für alle Studentinnen und Studenten eine individuelle Begleitung und Beratung gewährleistet.  


Warum ein Vollzeitstudium und kein berufsbegleitendes Studium ?
Die Ansprüche in den Bereichen Schauspiel, Sprachgestaltung und Regie sind sehr hoch. Die Meinung, dass eine anmutige Erscheinung, Jugendlichkeit und etwas Begabung ausreichen, um kulturell etwas zu erreichen, weil das in den Medien manchmal so aussieht, ist ein Irrtum. Diese Eigenschaften können Ansporn sein, aber sie reichen nicht aus, wie eine nähere Betrachtung einer jeden Künstlerbiographie zeigt. Eine jüngere begabte Person braucht mehrere Jahre, bis sie sich ihr Können erobert und wenn man mit 30 sich neu orientiert und Schauspieler werden will, wird diese Erarbeitungszeit eher länger werden, denn man muss in sich die innere Beweglichkeit, die Flexibilität, die schöpferische Phantasie bewusster wachrufen. 

 


Ist die Schauspielschule Basel staatlich anerkannt ?
Die Schauspielschule Basel ist eine freie Schule in privater Trägerschaft. Einzig eidgenössisch anerkannt sind die an den Hochschulen angeschlossenen Studiengänge in Zürich ZHdK, Bern HKB, Lausanne Manufacture und Verscio Academia Theatro Dimitri . 


Was ist ein Qualitäts-Management ?
Beim Qualitäts-Management im Bildungsbereich geht es nicht so sehr darum, Ergebnisse nach vorgefassten Kriterien zu bewerten, sondern vielmehr darum, darauf zu achten, dass die Bedingungen für ein anspruchsvolles künstlerisches Streben erfüllt werden: künstlerische und pädagogische Qualifikation der Dozenten, kollegiale Formen des Zusammenarbeitens, regelmässige Produktionen und öffentliche Konfrontation mit dem Publikum, Förderung der Eigenaktivität und Kreativität aller Beteiligten, verantwortliche Mitwirkung aller Beteiligten an der Entwicklung der Ausbildung, ausgeglichene finanzielle Verhältnisse.

 


Wer sind Rudolf Steiner und Konstantin Stanislawski ?
Rudolf Steiner (1861 – 1925) ist vor allem als Initiator der anthroposophischen Bewegung und als Gründer von verschiedenen Fachmethoden in Pädagogik (Waldorfschule), Komplementär-Medizin, Landwirtschaft (Bio-Dynamik), bekannt. Weniger beachtet wird, dass er grundlegende philosophische Werke verfasst und auch weittragende künstlerische Anregungen zutage gebracht hat. Dieses auch im Theater als Autor und Regisseur. Seine Frau Marie Steiner war Schauspielerin und entwickelte eine rein auf die Gestaltung der Sprache gründende Bühnenkunst. 

 


Konstantin Stanislawski (1863 – 1938) wirkte als Schauspieler und Regisseur in Moskau. Um aus der damals herrschenden betrieblichen Routine heraus zu kommen und für das Theater eine künstlerische und kulturelle Bedeutung neu zu gewinnen, erarbeitete er aus dem Erforschen der künstlerischen Darstellungsprozesse Lernschritte für angehende Schauspieler und Regisseure. Seine Vorgehensweise gilt als Quelle der verschiedenen Schauspielmethoden, die später aus Teilaspekten seiner Anregungen entwickelt wurden (Lee Strasberg, Michael Tschechow, Stella Adler, Jewgeni Wachtangow, Vsevolod Meyerhold, u.a.).
 


Beide, Stanislawski und Steiner, gingen davon aus, dass der darstellende Künstler durch die Beobachtung von konkreten inneren und äusseren Vorgängen den Zugang zu den Darstellungsmitteln finden soll. Das Spiel sollte nicht Umsetzung von Verhaltensmustern oder ungeklärte Äusserung von Gefühlen sein, sondern authentische Darstellung. Dieser Realismus bildet die Basis für die Fähigkeitsentwicklung des Schauspielers. Es zeigt sich in der Arbeit, dass Beobachtung und Bewegung eine gemeinsame Quelle haben in der Eigenaktivität des Darstellungskünstlers.
 


Die sich ergänzenden Anregungen von Stanislawski für Improvisation, Subtext und physische Handlung und von Steiner für rezitatorische, deklamatorische und dialogische Sprechweisen durchdringen sich allmählich bei der Entwicklung der sprachgestalterischen und schauspielerischen Fähigkeiten. Sie bilden deshalb einen wesentlichen Teil unserer Arbeitsmethode. 

 


Warum muss ich mich im Abschlusskurs für die Diplomarbeit zwischen Sprachgestaltung, Schauspiel oder Regie entscheiden ?
Es können nicht die erwünschten Vertiefungen und selbständigen Schaffensschritte in diesen drei verschiedenen Berufsbereichen gleichzeitig gewährleistet werden.